Die letzte Nacht haben wir einsam und abgeschieden auf der Tannalp-Hütte auf ca. 2.000 mNN verbracht und verdammt gut geschlafen. Das Frühstück gab's mit Gratisblick auf den Titlis.
Der Weg von Engelberg zur Tannalp war sehr lustig und abwechslungsreich: In der Seilbahn von der Talstation zum Trübsee saß in unserer Gondel ein dicker schwitzender Inder, der - wie er mit beleidigter Miene beim Anblick von Bella - sagte, er habe eine Hundehaarallergie. Während der gesamten Fahrt hat er dann mit seinem Smartphone pausenlos Fotos geschossen, Selfies gemacht oder Filme vom Nebel gedreht...
Vom Trübsee aus sind wir durch strömenden Regen auf dem direkten Wege zum Sessellift gelaufen, der uns zum Jochpass hochbringen sollte. Wir hatten einfach keine Lust bei diesem ekelig nass-kalten Usselwetter zu Fuß auf den Pass zu stapfen, zumal uns Leute, die gerade von oben kamen, erzählt haben, dass es oben schneit...
Wir also rein in den Sessellift (die nasse und frierende Bella auf dem Schoß), Bügel und Haube runter. Trotz Schutzhaube pfiff uns ein eisiger und sehr nassen Wind um die Ohren - besser gesagt von unten in die Hosenbeine.
Oben angekommen sind wir schnurstracks in die im Nebel schemenhaft erkennbare Jochpasshütte geflohen und ich habe eine leckere "Heisse Schoggi" zum Aufwärmen getrunken.
Nach einer kleinen Weile - oh Wunder - hat es dann tatsächlich aufgehört zu regnen und wir haben uns an den Abstieg gemacht. Der Wanderweg führte uns über frisch beschneite Schneefelder und als wir aus dem kalten Wolkendunst hervortraten konnten wir wunderbare Aussichten ins Tal genießen.
Einige Kilo- und Höhenmeter später sind wir eingekehrt und in der kleinen Hütte am Wegesrand empfing uns ein wärmendes Kaminfeuer, eine schmackhafte Erbsensuppe und Vitamine in Form eines Salates...
Und, auf der letzten Wegstrecke, von der Engstlenalp (1.834 mNN) zur Tannalp...
...kam dann sogar noch kurz die Sonne heraus!
Leider konnten wir heute unseren geplanten Gradweg über's Balmeregghorn nach Planplatten nicht gehen. Der Weg ist - aufgrund der Wetterbedingungen - für Wanderer, wie wir es sind, nicht begehbar. Schade!
Aber, wie sagt meine Freundin Moni immer so schön (frei nach Albert Einstein)? "Planung ersetzt den Zufall durch Irrtum"! Wir haben einfach einem anderen Weg gewählt, der uns wunderbarstes Alpenpanorama bei herrlichstem Sonnenschein bot. Ich habe geschätzte 200 Fotos gemacht, fast so viele, wie der Inder während der Seilbahnfahrt...
Wir sind von der Tannalp zunächst zum naheliegenden Tannsee gelaufen, dann wieder ein Stück zurück und rauf zum Bonistock (2.161 mNN). Irgendwo haben wir allerdings einen Abzweig verpasst, so dass wir ein kurzes steiles Stück querfeldein zurücklegen mussten. Vom Bonistock sind wir dann mit der Seilbahn in Tal geschwebt und mit Bus und Bahn nach Meiringen gefahren, unserm Ausgangspunkt für unsere Wanderung morgen.








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