Freitag, 26. Juni 2015

Winnetou im Wallis?

Wir haben ihn gesehen, den König der Alpen - den Steinbock. Genauer gesagt sogar zwei Exemplare. Aber der Reihe nach...

Dem beschaulichen Kandersteg...


...haben wir nach dem Frühstück den Rücken gekehrt und sind rund drei Kilometer an der eiskalten Kander (Bella hat's für uns getestet) entlang zur Bergbahn Sunnbüel gewandert. Die Seilbahn hat uns dann brav auf 1.921 mNN in ein zerklüftetes Hochtal gebracht. Unser Ziel: der Gemmipass (2.350 mNN). 

Hier könnte man glatt einen Karl-May-Film drehen. Mehr als einmal habe ich geglaubt, dass Winnetou oder Old Shatterhand auf ihren Rappen um die nächste Ecke biegen oder der alte Sam Hawkens kichernd mit seinem Maultier im Schlepptau auftaucht...





Unsere Mittagspause haben wir einsam an einem kleinen See inmitten eines schattigen Arvenwaldes verbracht - mit einem Mostbröckli-Sandwich. Köstlich!



Rund fünf Kilometer bis zum Gemmipass liegen jetzt noch vor uns, es geht stetig bergauf! Die Vegetation wird immer spärlicher, die Blümchen kleiner...


...und die Steine zahlreicher. Und dann sehe ich ihn plötzlich, den Silbersee! 


Wo war doch gleich der Schatz versteckt?

Die letzten zwei Kilometer ziehen sich, scheinen kein Ende zu nehmen. Es wird auch immer kälter, die Wolken werden mehr und es kommt eisiger Wind auf. Kein Wunder, wir sind ja auch fast 2.300 Meter hoch und direkt am Wegesrand sind noch große Schneefelder...

Noch zwei Kehren und wir haben es geschafft, der Gemmipass ist erreicht. Schnell rein in das Berghaus, das Zimmer beziehen und ab unter die heiße Dusche. Das Duschen muss heute mal zackzack gehen, Wasser ist knapp hier oben und nach drei Minuten ist das Vergnügen vorbei. 

Das Abendessen wird vor dem herrlichen Alpenpanorama serviert, das sich zwischen Suppe und Hauptgang stetig verändert und sogar kurz den Blick aufs Matterhorn freigibt. Beim Versuch die Abendstimmung...




...mit dem Fotoapparat einzufangen, ist es geschehen; ich habe im Hang unter mir eine Bewegung wahrgenommen: ein Steinbock. Und ein paar Meter daneben ein zweites Tier. Leider recht weit weg, aber Dank Superzoom ist mir ein Foto geglückt. 


Frank hat schnell das Fernglas aus unserem Zimmer geholt und wir haben die Steinböcke eine ganze Weile beobachtet... 

Kurz vorm Nachtisch sind - mit viel Geblöke - 10 Schäfer mit ihren schätzungsweise 200 Schafen (also, die haben geblökt, nicht die Schäfer!) auf dem Pass geklettert. Wir konnten die Schafe dabei beobachten, wie sie die letzten Serpentinen überwunden haben. Jetzt sind sie in einem extra eingerichteten Pferch und werden morgen in aller Frühe auf die Almwiesen gebracht. 

Wer mal genauer sehen möchte, was für ein herrliches Panorama uns umgibt, der sollte mal auf den folgenden Link klicken: http://gemmi.roundshot.co

Ach ja, Murmeltiere haben sich heute auch mal wieder knipsen lassen:




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